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Flugsportvereinigung Kassel-Zierenberg e.V.

Fliegen & Fliegen lernen

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Die Überraschungen kamen im roten Mantel mit weißem Bart

Am späten Samstagnachmittag, in Zierenberg, steht Arnold Klapp, mit seiner Frau Gitta, in seinem Flur und packt eine große Tasche Weihnachtskleidung zusammen. Das ist schon lange Routine bei ihm, denn seine Aufgabe als Nikolaus für uns Segelflieger, macht Arnold mit sehr viel Hingabe, schon seit über 50 Jahren. Arnold prüft seine große Tasche und sagte zu seiner Frau, ich habe alles, wir sollten uns jetzt auf den Weg machen, damit wir rechtzeitig oben sind. Sie verließen ihr Haus, setzten sich in das Auto und fuhren auf den Dörneberg. Arnold ist seit 1951 Mitglied in unserem Verein. Als junger Spund war er Jugendleiter, später Segelflugreferent, Ausbildungsleiter, Betreuer bei Segelflugwettbewerben, Fluglehrer, Sportleiter der DM der Frauen und Prüfer für Piloten und Segelflieger und Landeausbildungsleiter. Die Liste seiner Aktivitäten ist länger als sein Bart und sein Nikolauskostüm. Arnold und Gitta kamen mit dem Auto im Fliegerlager an. Zu gleicher Zeit organisierten ein paar Jugendliche zwei Schubkarren die schnell mit Kartons aus buntem Papier, die Geschenke, gefüllt wurden. Arnold kam in den Flur des Fliegerlagers, schaute gelassen über die vielen Päckchen und wusste, dass viele aus dem Verein da sind und sicherlich sind auch sehr viele Kinder. An diesem Abend war Arnold nicht ganz allein der Mittelpunkt. Er teilte sich die Aufmerksamkeit der vielen Gäste mit Heike und Thomas. Heike ist seit über sieben Jahren in unserer Küche aktiv, an den Wochenenden, mit Kochen und backen von morgens bis abends. In den Ferien, wenn die Lehrgänge sind, da sogar täglich. Seit fünf Jahren steht Thomas mit ihr zusammen in der Küche. Auch er kocht und backt für uns alle. Uns ging es gut in all den Jahren, wir bekamen nicht nur unser Frühstück, sondern auch das Mittagessen am Start. Deswegen ist unsere Stimmung sehr getrübt an diesem Abend. Heike rief aus der Küche, „das Essen ist fertig,“ und eine lange, gewohnte Schlange bildete sich vor der Küche. Zum Abschluss gab es auch noch mal Nachtisch und reichlich Kuchen stand auf dem Buffet. Wir saßen an unseren Tischen, redeten und lachten viel. Die Kinder spielten zusammen und keiner von uns bemerkte, wie Arnold und Gitta aufstanden und sich aus dem Raum schlichen. Plötzlich wurde das Licht ausgemacht. In dem Türrahmen von unserem Tagungsraum stand nun ein Mann mit weißem Bart und roter Robe. Mit ihm kamen zwei „Gesellen“ herein, Felix und Lukas, die große Schubkarren mit den vielen bunten Päckchen vor sich herschoben. Der glänzende Weihnachtsbaum, die Kerzen auf den Tischen, schafften eine festliche Stimmung. Die Kinder sahen den Nicolaus, die meisten freuten sich, aber einige saßen auf dem Schoß der Eltern. Ihnen war der Mann mit dem langen weißen Bart, unter der roten Kapuze nicht so ganz geheuer. Arnold begann nun Gast für Gast zu begrüßen, fragte nach einem Gedicht und überreichte ihnen seine Geschenke. Seit 1969 erfreut er damit jährlich alle Herzen uns Segelflieger, bis auf ein einziges Mal, da konnte er nicht, er hatte es am Samstag zum 49. Mal gemacht. Nach der Bescherung ging das Licht wieder an und Stefan stand auf. Er hielt eine Rede beziehungsweise, er erzählte uns noch einmal einen Rückblick von unseren gemeinsamen Stunden mit Heike und Thomas, vom ersten Tag als alles begann. Am Schluss seiner Rede, gab es eine liebevolle Umarmung und ein schönes Geschenk. Wir werden sie sehr vermissen, denn die Küchentür ist nun ab verschlossen. Der Weihnachtsbaum leuchtete am Ende des Raumes. Die Kerzen auf den Tischen waren bis zur Hälfte heruntergebrannt und flackerten leise vor sich hin. Wir saßen noch lange an diesem Abend zusammen und erzählten, was uns so in der Vergangenheit bewegt hatte und was wir als nächstes gern tun würden.

Nach dem Einpacken

Die Tage am letzten Novemberwochenende, waren typische Novembertage. Nebelig trüb und kalt. Obwohl der Tag schon lange angebrochen war, wurde er nicht richtig hell. Die meisten Menschen haben in dieser Jahreszeit ein Gemütstief, wir auch, denn wir müssen am Boden bleiben. Aber was uns gegen diesen Winterblues hilft ist, dass in unserer Werkstatt eine ASK 21 liegt und auf die kleinen oder etwas größeren Schönheitsreparaturen wartet. Es ist nicht das erste Arbeitswochenende des Werkstattdienstes, denn die Jugendgruppe war am Wochenende davor auch schon in der Werkstatt fleißig. An diesem Morgen trafen sich Florian und Ivo als erste im Tagungsraum. Der große Kachelofen war an und in dem Raum war eine kuschelige Wärme. Ivo setzte sich auf die Bank vor dem Ofen und Florian kam dazu. Es dauerte auch nicht lange und es kamen immer mehr zur Tür herein, Michael, Jörn, Marius, Stephan und Andreas. Florian hatte schon den Schlüssel in der Hand und wir folgtem ihm in die Werkstatt. Von polieren, wachsen, fetten und schmieren bis hin zu Lackarbeiten, Austauschen von Teilen und Reparaturen an der Struktur, steht je nach Flugzeug, ein abwechslungsreiches und anspruchsvolles Programm für die Wintermonate auf unserer Agenda. Michael hält für uns den Focus darauf und gibt den Plan und die Einteilungen für die jeweiligen Wochenenden vor. Wir gingen in die Werkstatt und fingen an die Fläche zu waschen und polieren. Jörn und Ivo polierten die Fläche so auf Hochglanz, dass die Mücken über die Flächen, im Frühjahr, nur so rutschen werden. Florian saugte den Rumpf aus und kümmerte sich um die Trimmung. Florian konnte nur bis zum Mittag, denn am Nachmittag hatte er einen Auftritt im Posaunenchor auf dem Weihnachtsmarkt Anschließend hatte Michael den Wunsch, dass das Seitenruder abgebaut wird. Ivo machte sich Gedanken und holte das Wartungsbuch. Eigentlich hatte er schon eine genaue Vorstellung wie es gehen könnte, schaute aber noch einmal in das Wartungsbuch wie die Lagerungsbolzen und Aufhängebolzen gelöst werden. Vorstellung und Beschreibung waren eins, aber trotzdem hatte es eine Weile gedauert, bis sich das Ruder abnehmen ließ. Etwas Farbe brauchte das Ruder auch, Ivo rührte sie an und machte noch die Ausbesserungen. Am späten Nachmittag konnten Jörn und Ivo nach Hause gehen. Die anderen trafen sich auf dem Weihnachtsmarkt in Zierenberg und hörten den Klängen des Posaunenchores zu.

Herbst in unserem Fliegerlager

 

An diesem noch jungen Novembermorgen zieht der Dunst wie Rauch um unser Fliegerlager. Die dunklen Gebäude unseres Fliegerlagers wirken wie mächtige Hüter die über unsere Flieger vor den Hügeln unserer Startbahnen wachen. Wir standen auf dem Hof und schnürten unsere Schals etwas enger. Die Luft war kalt, es war Herbst und die vergangenen sonnigen Tage waren fast vergessen, wo wir alle Flieger rausrollten und zum Start zogen. An diesem frühen Samstagmorgen stand in unserem Kalender „Abrüsten“. Die großen Holztore standen offen und die ersten Hänger unserer Segelflugzeuge wurden herausgezogen. Marius, Aaron und Eva hatten vor, den Windsack abzubauen. Marius besorgte einen Lepo und Werkzeug. Die vier Jugendlichen machten sich auf den Weg zur Zierenberger Kuppe. Der Himmel riss auf die Sonne kam raus. Da kam schon kurz der Gedanke, bei den dreien, wir könnten auch fliegen heute. Unsere Jugendgruppe machte in diesem Jahr ihre ersten Schritte in die Unabhängigkeit. Ein großer Teil wechselte das Muster der Segelflieger und Marius schaffte seine Lizenz in diesem Jahr und ist jetzt frei. Die Jugendlichen holten den Windsack vom Mast und fuhren zurück in das Lager. Unser Hangar stand offen und die ersten Hänger wurden vor die Halle gezogen. Ein Flugzeug nach dem anderen wurden abgerüstet und die Hänger verstaut. Das erste Flugzeug ist auch schon auf Böcken in der Werkstatt, unser Schulungsflieger, die ASK21. Bis zum späten Nachmittag wurde draußen gearbeitet. Im Fliegerlager waren Heike und Thomas schwer am Schaffen. Wolfgang hatte an diesem Abend eingeladen zum Abfliegen und Heike und Thomas standen in der Küche und waren am Krustenbraten, Kartoffelgratin, Salat, Nachtisch und noch so vieles Leckeres am Vorbereiten. Draußen war es ruhig geworden und die großen Holztore waren verschlossen. Nur allein das Laub tanzte noch von dem Wind zwischen den Gebäuden. Im Tagungsraum ging es unterdessen munter zu, denn das Essen war lecker und die Stimmung war auch trotz Saisonende, sehr gut. Man genoss den gemeinsamen Abend und ließ das Jahr Revue passieren und machte schon mal Planungen in die neue Saison.