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Flugsportvereinigung Kassel-Zierenberg e.V.

Fliegen & Fliegen lernen

  • Aktuelles

Herbstlehrgang vom 1.bis 12. Oktober 2018

 

Wenn die Sonne tief steht, die Schatten länger werden, der Wind über dem Land stärker wird, wenn es am Morgen kühl und nebelig ist, im platten Land die Menschen, sich in die Häuser zurückziehen, dann gehen wir auf unseren Berg und steigen mit dem Hangwind, mit Wellenflügen, oder in Platzrunden über den bunten Laubwäldern unter uns.

In diesem Lehrgang nutzen Flugschüler gern die Zeit um die eine oder andere Spalte, in ihren Ausbildungsausweis zu ergänzen, oder bei dem goldenen Oktoberwetter die letzten Flüge noch zu genießen. Auch gehen die Fluglehrer auf die Wünsche der Flugschüler ein. Vor der Anmeldung zum Lehrgang, können Flugschüler ihren Zielwunsch dem Ausbildungsleiter mitteilen. Er koordiniert es dann mit den Fluglehrern.

Auch die Profis nutzen gern die Zeit, vor dem Abrüsten um die ein oder andere Welle zu erwischen. Das klappt nicht immer, aber dennoch sind die goldenen Oktobertage, in der Gemeinschaft, auf dem Dörnberg schön. Zwischendurch schafft man sich die Möglichkeit, am Tower, die herbstlichen Sonnenstrahlen zu genießen und gemeinsame Pläne zu schmieden.

Heike oder Thomas bringen in den Mittagsstunden warmes Essen raus und versorgen uns mit Getränken, Kaffee und frischem Gebäck.

Damit die Aktivitäten nicht nach dem Flugbetrieb enden, sorgt Florian im Herbstlehrgang, für das Abendprogramm, zum Beispiel für ein gemeinsames Kicker Turnier mit einem Pokal und einer Ehrung.

Lange und späte Flugtage gibt es im Herbst selten. Durch die tiefstehende Sonne wird es früh dunkel und der nachtschwarze Himmel legt sich über unser Gelände. Alle Piloten treffen sich im Fliegerlager um ihre Flugdaten auszuwerten. Da findet sich der eine oder andere Vergleich, „wie lange bist du geflogen“, „wie weit warst du gekommen?“ Das hat Auswirkungen auf unser  gemeinsames Flugbarometer, wieviel Stunden sind vom Dörnberg aus geflogen worden und wieviel Stunden von anderen Plätzen.

Wir hoffen noch auf ein paar Tage schönes Wetter, auf viele Hang- und Wellenflüge und dass das schöne Flugwetter sich noch etwas hält.

Vom jungen Modellflieger zum Segelfluglehrer

Die Sommerferien gingen zu Ende und in Zierenberg begann ein neues Schuljahr. Felix, wohnhaft in Zierenberg, freute sich auf seine neue Jahrgangsstufe, denn der junge Schüler begeisterte sich für die Technik und das Fliegen. Felix hatte sich im nachmittäglichen Wahlunterricht an der Elisabeth-Selbert-Schule für die AG Flugmodellbau angemeldet um sich dort seinen ersten eigenen Modellflieger zu bauen.

Unter Anleitung von Karl-Heinz Kahle, baute Felix Modellflieger aus Balsa- und Sperrholz. Nach der Fertigstellung ging es im Anschluss mit Karl-Heinz in den darauffolgenden Sommerferien auf den Dörnberg um den Modellflieger fliegen zu lassen. Begeistert von dem kleinen Modellflieger wanderten seine Augen jedoch in den Pausen zwischen den Flügen auf die großen Segelflugzeuge am Himmel..

Mit 13 Jahren, am 2. April 2010, war es dann auf dem Dörnberg soweit und er begann seine Ausbildung zum Segelflugzeugpiloten. Schon nach den ersten Starts, merkte er, sein neues Motto ist fliegen, fliegen, fliegen. Schnell flog er sich frei und auch seine Ausbildung, als Segelflieger, bekam er einwandfrei und zügig hin. Nebenhehr begann er die Windenausbildung und wenn er Windendienst hat, schleppt er gern seine Vereinsmitglieder hoch.

Für das Vereinsleben hatte er immer großes Interesse und war und ist aktiv im Vorstandsrat tätig. Anfangs als Jugendleiter, anschließend als Schriftführer verbrachte er viel Zeit im Büro und erledigte die unterschiedlichsten Aufgaben. Seit Februar diesen Jahres, ist er als Segelflugreferent tätig.

Als ich ihn nach den Tops seiner schönsten Flüge fragte, sagte er mir, „da gibt es eine ganze Menge“. Der junge Pilot hat in diesem Jahr bereits 4300 Flugkilometer zusammen. Als erstes erzählte er vom Wellenflug mit Tobias Kill aus dem Jahr 2013. Damals erreichten die beiden zusammen im vereinseigenen Duo Discus XLt knapp die 3000 m Luftraumgrenze. Im Jahr 2014 ging es mit Klaus-Peter Herzog nach Bayreuth. Ordentliche 461 km in vier Stunden Flugzeit standen am Ende auf der Uhr. Bei diesem Flug hatte Felix das gezielte Fliegen nach Kurs richtig gelernt.

Seinen ersten 300 km Flug allein im Flieger, absolvierte er im Teamflug mit Wolfgang Grafen und Tanja Johannes im Jahr 2015. Als Routenverlauf wählten die drei damals Breitscheid, Werdol-Küntrop und zurück.

Ein Überlandflug war schwierig, erzählte er. „Das war 2017 in Klix, da habe ich zusammen mit Hendrik für 347 km mit dem Duo Discus XLt sieben Stunden gebraucht. Und zum Schluss, für die letzten Kilometer mussten wir auch noch den Motor ziehen.“

In diesem Jahr 2018, gab es für Felix gute Flugbedingungen. Am Montag, den 16. Juli, während des Sommerlehrganges flog er 329 km mit einem 99er Schnitt. Das war sehr schnell, aber nach diesem Flug bekam er von Michael Leismann einen ordentlichen Motivationseinlauf. Dienstags flog er, auf Anweisung von Michael, 501 km mit einem 84er Schnitt, mittwochs waren es 470 km mit einem 68er Schnitt und donnerstags 465 km mit einem 105er Schnitt.

Im Herbst 2017 kaufte er mit Freunden eine Ka6Cr. Plan für das Jahr 2018 war es damit ein 300km FAI Dreieck zu fliegen. Am 23.07. war es dann so weit, abends war das 314 km Dreieck in der OLC Wertung dargestellt. Am Tag drauf wollte er, unterstützt von anderen Vereinskollegen, noch eine Schüppe drauflegen. Jedoch war an dem Tag das Glück nicht ganz auf seiner Seite. Durch einen zu späten Start und die ein oder andere Fehlentscheidung im Routenverlauf erreichte er nur 316 Streckenkilometer

Seit einem Jahr ist Felix an seiner Fluglehrerausbildung. Voraussetzung für die Ausbildung sind 200 Starts auf Segelflugzeugen und 100 Stunden als PIC nach Schein und die Auswahl und Vorausbildung vom Verein. Seit den Jahren, seit er bei uns ist, hat er sich mit einer guten fliegerischen Begabung gezeigt, er hat eine gute Auffassungsgabe, er war und ist Verantwortungsbewusst, ist zuverlässig und hat jede Menge Einsatzwillen gezeigt. Dies gehört zum Abschnitt eins, der Fluglehrerausbildung dazu.

Felix hat alle Ausbildungsabschnitte der Fluglehrerausbildung geschafft und er hat am 9. September 2018 seine Prüfung bestanden. Wir gratulieren ihm ganz herzlich und freuen uns mit ihm, dass er jetzt den Verein in der Ausbildung unserer Flugschüler, unterstützen kann. Wir wünschen ihm viel Freude und alles Gute bei seinen neuen Aufgaben.

Felix hat seine Fluglehrerausbildung abgeschlossen und bestanden und stärkt damit unser Team der Segelfluglehrer. Jetzt fängt für ihn die Zeit als Assistenzfluglehrer im Verein statt. Unter Aufsicht unserer erfahrenen Fluglehrer, wird er jetzt  Flugschüler schulen. Wir gratulieren ihm ganz herzlich und freuen uns mit ihm, zu dem großartigen Erfolg. Für seine Zukunft wünschen wir ihm viel Freude mit unseren Flugschülern und allzeit sichere Starts und Landungen.

Spätsommerliche Thermikflüge

 

Der Blick aus dem Fenster des Fliegerlagers sagte uns an diesem Morgen, es wird wieder ein schöner Flugtag. Stephan Johannes und Florian Kaiser, saßen am runden Tisch im Fliegerlager. Um sie herum saßen die Flugschüler und warteten auf das Briefing. Stephan begann mit der Wetterprognose, der Windrichtung und welche Startstelle wir nehmen. Anschließend kam die Einteilung für Winde und Tower, ebenso der Hinweis, dass alles getankt werden musste.

Der diesjährige Sommer ist traumhaft und Fabian meinte nach dem Briefing, „so viele Flüge, wie in diesem Jahr hätte er noch nie gehabt.“ Fabian freute sich an diesem Morgen auf die E4, eine ASW28. Er plant seine praktische C und hatte vor bei ausreichender Höhe, den Seitengleitflug zu üben.

Ab den frühen Mittagsstunden wurde die Thermik immer besser. Die Überlandflieger machten sich auf den Weg. Auch die Flugschüler hielten sich lange oben, hatten Höhen von über 1400 m und genossen die ruhige Luft. Auch Fabian war weit oben und übte seinen Slip. Die Wolken zeichneten uns die Thermik, aber auch zwischen den Wolken, im Blau, gab es gutes Steigen.

Beide Fluglehrer, Stephan und Florian, hatten reichlich zu tun. Thorge brauchte noch mal eine Überprüfung und ist anschließen allein geflogen. Fabian hatte beim ersten Start die sterbende Winde. Er ist anschließend in der E4 lang unterwegs gewesen. Marianne kam auch gut rum und hatte einen schönen langen Flug mit Fluglehrer. Michael bekam vom Florian eine Einweisung auf dem Duo Discos, vom Florian. In dieser Zeit koordinierte Stephan das Geschehen am Platz. Tanja und Wolfgang sind Überland geflogen. Felix setzte sich in seine Libelle und flog lange über dem Dörnberg. Bei dem schönen Wetter kamen auch Gäste die vom Florian und vom Uwe mitgenommen wurden. Aaron saß auf der Winde und konnte vom Michael noch abgelöst werden und nutzte die Gunst der Stunde und flog die E4. Zwischendurch kam Heike raus und brachte uns etwas zu Essen und selbstgemachten Zwetschenkuchen.

Wir sind an diesem Tag viel geflogen. Wir packten um 18:00 ein, rüsteten die Flieger ab, denn Konni hatte zu seiner Geburtstagsfeier eingeladen. Viele Gäste kamen, klein und groß. Die Stimmung war toll und viele Gäste saßen bei schönstem Sonnenuntergang noch lange draußen.