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Flugsportvereinigung Kassel-Zierenberg e.V.

Fliegen & Fliegen lernen

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Sie schwärmen

Wenn die Ähren auf den Feldern goldgelb stehen, wenn die Sonne senkrecht am Zenit steht, wenn die Tage lang, trocken und warm sind, dann ist es Sommer. Unsere jungen und erwachsenen Flugschüler hockten vor dem Fliegerlager, Stefan Krull steht vor ihnen, hatte den Bericht vom Wetterdienst in der Hand und erklärte der Gruppe was eine Okklusion ist. Stefan schaute sich die Gruppe an, die zahlreich um ihn saßen. Es waren viele Flugschüler vor ihm, darunter 11 A-Schüler. Er wusste, dass er an diesem Lehrgang viel zu schulen hatte. Die Sommerlehrgangstage waren bis auf wenige Tage sehr heiß. Die Flugschüler bauten einen Pavillon neben dem Tower auf, damit sie über den Tag etwas Schatten hatten. Am Start wurden die Flugzeuge gecheckt. In der Zeit machte sich Stefan Notizen für die Organisation der Ausbildung. Beide Schulungsflugzeuge waren fertig geprüft und Stefan entschied wer sich in das erste Flugzeug hineinsetzt und wer sich für den zweiten Flieger fertigmacht. So konnte er nach den Schulungsflügen immer die ASK 21 wechseln. Die fortgeschrittenen Flugschüler mussten etwas warten bis Stefan Zeit hatte, am Boden war und ihnen Flugaufträge geben konnte. Lukas saß in der ASW 28. Das Seil war straff und der Flieger setzte sich in Bewegung. Das Steilseil rieb über den staubtrockenen Boden, eine hellbraune Staubwolke wirbelte auf und der weiße Flieger hob sich am Seil in die Luft und Lukas flog in Richtung Himmel. Wer in der Luft war und in entsprechender Höhe geflogen ist, hatte es kühl. Die Flugschüler untereinander schwärmten natürlich von ihren tollen Flügen. Gegen Mittag stand die Sonne senkrecht über unserem Berg und schickte ihre warmen Strahlen. Es war Pause und die Flugschüler organisierten, dass der Imbiss von Silvia aus dem Fliegerlager an den Start kam. Genau in der Lehrgangsmitte machten wir unser Sommerfest. In der Corona Zeit musste es anders organisiert werden als sonst. So waren in der Halle viele Tische aufgestellt um den Abstand zu wahren. Außer den in einem Haushalt lebenden. Andreas stand am heißen Grill und die Würstchen und Steaks waren kräftig am brutzeln. In der Küche organisierten Silvia und Silke das Abendessen und Andrea kümmerte sich um Organisation der Getränke. Stefan hielt eine kleine Rede zum Eingang des Festes und freute sich, dass wir so in dieser Zeit zusammen sein konnten. Er erinnerte uns auch, dass wir Jubiläum hatten, 70-jähriges Vereinsjubiläum, aber die Vereinsgründung war vor 100 Jahren schon. An diesem Tag ging die Sonne tiefrot unter und der Mond stand groß am Himmel, neben ihm die Venus. Es war ein lauer Sommerabend. Überall verteilten wir uns und genossen den schönen Sommerabend. Bis zum kommenden Wochenende geht der Sommerlehrgang. Einige der Flugschüler wollen noch intensiv üben, weil sie im September ihre Prüfung planen. Die Spalten des Ausbildungsausweises sind gefüllt und es sieht gut aus, dass einige ihre Prüfung machen können. Bis dahin genießen alle noch die freien Tage und den Sommerlehrgang, wenn sie wieder ausschwärmen und kein Flieger mehr am Start steht.

Frischer Wind und viel Energie

Michael hatte Fluglehrerdienst uns saß auf der Bank vor dem Fliegerlager. Andrea organisierte an diesem Samstagmorgen die Küche, sie kochte den Kaffee. Michael saß nicht lange allein, so nach und nach rückten die jugendlichen Segelflieger um ihn. Ihre Ausbildungsausweise sind fast voll. Sie haben große Ambitionen, nicht nur an diesem Wochenende, sondern auch in dem kommenden Sommerlehrgang. Andreas aus Darmstadt zählte durch, drei Aufgaben fehlten ihm noch. Auch Lukas, Ivo, Raphael, Fabian, saßen neben Andreas auf der Bank und sie hofften auf gute Flüge und dass der Sommerlehrgang sie in der Ausbildung zum Ende der Ausbildungszeit bringt. Michael sah zum Windsack und er war skeptisch, der Wind kam aus dem Westen bis Süd-West und immer wieder drehend. Er entschied sich für Süd-West. Andrea fragte nach wer am Abend mitgrillen möchte und wer etwas zum Mittag haben möchte. Wir zogen mit unserem Equipment nach Süd-West und bauten auf. Michael schaute auf die Flugschüler, ob alles gut und richtig ist. Aber er konnte sich verlassen, das wusste er. Michael flog mit dem ersten Flugschüler, lang halten konnten sie sich nicht in der Luft, sie landeten schnell wieder und Michael wechselte von einer ASK 21 in die andere. Nach dem vierten Start, fing es an zu regnen und der Wind drehte jetzt auf Nord-West. Wir mussten umbauen. Gegen Mittag kam mehr und mehr die Sonne raus, es wurde langsam thermisch und die Flüge wurden immer länger. Bei ASK 21 hatte sich der Sporn gelöst. Ivo machte sich auf den Weg und holte Schleifpapier und Pattex. Er legte sich unter das Flugzeug, reinigte und schliff die Klebeflächen und befestigte den Sporn wieder. Inzwischen war die ASW 28 frei, Ivo nahm sich den Flieger, startete und war lange nicht mehr zu sehen. Viel zu früh, am Abend drehte der Wind wieder und Michael musste den Flugbetrieb abbrechen. Wir bauten ab und gingen zum Fliegerlager zurück. Vor unserem Haus im Fliegerlager geht die Sonne unter. Die alte Holzbank vor dem Gebäude ist der Treff am Abend. Hier sitzt man gern und genießt die Abendstunden, bei gegrilltem aus der Küche und bei einem gekühlten Bier.

Der Südrand eines Hochdruckgebietes bringt Leben am Himmel

 

Der Monat Mai hat viele Feiertage und am letzten Wochenende war Pfingsten, ein schönes, verlängertes Wochenende. Die Wetterprognosen für das Wochenende waren perfekt und die besten Voraussetzungen, für Streckenflüge gegeben. So strömten die Segelflugpiloten aus Frankfurt, Darmstadt, Erfurt und der nahen Umgebung auf den Dörnberg. In sozialer Distanz stand die Gruppe vor dem Haupthaus und folgten dem Briefing, am Samstagmorgen, vom Stefan Krull. Auch die Flugschüler*in sind mit Erwartungen gekommen, sie wollten, dass die freien Zeilen in ihrem Ausbildungsausweis gefüllt und unterschrieben werden. Die Startstelle wurde festgelegt, es wurde nachgefragt wer Überland will und wer will welchen Flieger? Alles wurde mit Handzeichen und Wunschäußerung beantwortet, „dann gehen wir raus“, sagte Stefan und schon knirschten die alten Holztore von den Hallen. Es brummte der Motor von der Winde, die Metallrollos am Tower knatterten, die Rucksäcke wurden eingeladen und die Technik in den Tower gebracht. Plötzlich war alles in Bewegung. Alle wollten, dass es vorwärts ging, dass die Flieger an den Start kamen, denn es sollten die Tage, die nun endlich wieder fliegbar waren, richtig ausgekostet werden. Insgesamt wurden mit Moritz, Tanja mit Stephan, Marius und Wolfgang zusammen 2680 km geflogen, zwischen einem Tag und drei Tagen zusammen. Die Schüler wechselten sich ab und teilten sich eine ASW 28 und zwei ASK 21. Auf ihrer Agenda stand, längere Flüge, Punktlandungen, Thermikflüge und die praktische B. Linus musste einmal außenlanden, denn es reichte nicht mehr bis zum Platz. Er suchte sich ein abgeerntetes Feld und landete vor Zierenberg. Eva ist beim letzten Flug punktgenau am Lande T gelandet. Felix war Fluglehrer und stand in der Höhe vom Lande-T, er war zufrieden und er unterschrieb ihr an dem letzten Abend die praktische B. Raphael hatte sich lange in der Luft halten können, hatte einen guten Bart gehabt und auch bei ihm wurde diese Zeile im Ausbildungsausweis gefüllt und unterschrieben. Am Samstagabend gab es ein Lagerfeuer und Sylvia und Michael hatten für das Wochenende reichlich eingekauft, zum Frühstück, für das Mittagessen und für den Abend war ausreichend gut gesorgt worden. Es waren noch keine sommerlichen Abende, mit milden Temperaturen, der Wind war noch rauh und kühl, aber am Feuer war es warm. Wem es nicht reichte, holte sich die dickere Jacke raus, oder nahm noch eine warme Decke mit raus. Alle genossen den Abend auf den dunklen Holzbänken, unter den hohen Bäumen, in netter Atmosphäre und mit sehr viel Spaß. Besonders wenn es um die Geschichten ging, die von den abenteuerlichen und spannenden Erlebnissen erzählen, von den Gebirgsflügen, von den Erlebnissen aus La Motte, oder die, die ein paar Tage länger her sind, da hört man einfach gern zu.