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Flugsportvereinigung Kassel-Zierenberg e.V.

Fliegen & Fliegen lernen

  • Aktuelles

Der Südrand eines Hochdruckgebietes bringt Leben am Himmel

 

Der Monat Mai hat viele Feiertage und am letzten Wochenende war Pfingsten, ein schönes, verlängertes Wochenende. Die Wetterprognosen für das Wochenende waren perfekt und die besten Voraussetzungen, für Streckenflüge gegeben. So strömten die Segelflugpiloten aus Frankfurt, Darmstadt, Erfurt und der nahen Umgebung auf den Dörnberg. In sozialer Distanz stand die Gruppe vor dem Haupthaus und folgten dem Briefing, am Samstagmorgen, vom Stefan Krull. Auch die Flugschüler*in sind mit Erwartungen gekommen, sie wollten, dass die freien Zeilen in ihrem Ausbildungsausweis gefüllt und unterschrieben werden. Die Startstelle wurde festgelegt, es wurde nachgefragt wer Überland will und wer will welchen Flieger? Alles wurde mit Handzeichen und Wunschäußerung beantwortet, „dann gehen wir raus“, sagte Stefan und schon knirschten die alten Holztore von den Hallen. Es brummte der Motor von der Winde, die Metallrollos am Tower knatterten, die Rucksäcke wurden eingeladen und die Technik in den Tower gebracht. Plötzlich war alles in Bewegung. Alle wollten, dass es vorwärts ging, dass die Flieger an den Start kamen, denn es sollten die Tage, die nun endlich wieder fliegbar waren, richtig ausgekostet werden. Insgesamt wurden mit Moritz, Tanja mit Stephan, Marius und Wolfgang zusammen 2680 km geflogen, zwischen einem Tag und drei Tagen zusammen. Die Schüler wechselten sich ab und teilten sich eine ASW 28 und zwei ASK 21. Auf ihrer Agenda stand, längere Flüge, Punktlandungen, Thermikflüge und die praktische B. Linus musste einmal außenlanden, denn es reichte nicht mehr bis zum Platz. Er suchte sich ein abgeerntetes Feld und landete vor Zierenberg. Eva ist beim letzten Flug punktgenau am Lande T gelandet. Felix war Fluglehrer und stand in der Höhe vom Lande-T, er war zufrieden und er unterschrieb ihr an dem letzten Abend die praktische B. Raphael hatte sich lange in der Luft halten können, hatte einen guten Bart gehabt und auch bei ihm wurde diese Zeile im Ausbildungsausweis gefüllt und unterschrieben. Am Samstagabend gab es ein Lagerfeuer und Sylvia und Michael hatten für das Wochenende reichlich eingekauft, zum Frühstück, für das Mittagessen und für den Abend war ausreichend gut gesorgt worden. Es waren noch keine sommerlichen Abende, mit milden Temperaturen, der Wind war noch rauh und kühl, aber am Feuer war es warm. Wem es nicht reichte, holte sich die dickere Jacke raus, oder nahm noch eine warme Decke mit raus. Alle genossen den Abend auf den dunklen Holzbänken, unter den hohen Bäumen, in netter Atmosphäre und mit sehr viel Spaß. Besonders wenn es um die Geschichten ging, die von den abenteuerlichen und spannenden Erlebnissen erzählen, von den Gebirgsflügen, von den Erlebnissen aus La Motte, oder die, die ein paar Tage länger her sind, da hört man einfach gern zu.

Das Glück liegt im hohen Steigen

Am Donnerstag, der Feiertag Christi Himmelfahrt, war Marius auf dem Weg, mit seinen Eltern, zum Dörnberg. Einen genauen Plan hatte er nicht, außer dass er mit seinem Bruder einen gemeinsamen Flug an diesem Tag machen wollte. Aber Marius hoffte auch auf eine ASW28 und auf einen schönen langen Flug. Jörn war mit seinem Caddy auch auf dem Weg zum Fliegerlager. Er hatte an diesem Morgen Eva mitgenommen. Auf seiner Agenda stand an diesem Morgen Windendienst. Sie bogen aus Fürstenwald links ab, Richtung Dörnberg. Eva schaute zum Himmel und sie freute sich auf einen vor ihr liegenden schönen Flugtag. In unserem Fliegerlager vor dem Haupthaus, versammelten sich alle Vereinsmitglieder. Nichts ist wie sonst die Jahre, denn alle standen weiträumig und mit großem Abstand voneinander entfernt. Wir hatten eine lange Winterpause durch den Corona Virus und waren froh, dass wir wieder etwas Vereinsleben hatten und fliegen konnten. Auf jeden Fall war es uns wichtig uns gegenseitig zu schützen, dass es so bleibt und wir regelmäßig fliegen können. Stefan Krull stellte sich kurz vor die Gruppe und betonte noch mal die wichtigsten Regeln zur unbedingten Einhaltung, denn sonst können wir wieder einpacken. Ab diesem Frühjahr gab es am Tower, ganz komfortabel die Möglichkeiten, zum Händewaschen und jetzt auch Desinfektionsmittel zum Reinigen der Flugzeuge, Telefone und Funkgeräten. Ulli war an diesem Morgen leitender Fluglehrer, es wurden die Flugzeuge eingeteilt, wir gingen Richtung Halle und Jörn setzte sich mit der Winde in Bewegung, Christian und Michael hatten sich die Route Würzburg und Thüringer Wald ausgesucht, mit dem Duo Discus xLT. Stephan hatte mit seinem Discus T auch einen ähnlichen Plan. Richard probierte mit der ASG 29 eine Runde zu fliegen und Aaron hatte sich eine ASW 28 sich reserviert. Drei Segelflieger blieben am Platz für Schulungsflüge. Marius wurde noch mal geprüft werden, bevor er Gäste, auch wenn es sein Bruder war, fliegen durfte. An diesem Tag waren die Bedingungen schwierig. Wer Glück hatte kam in der Blauthermik gut hoch, sogar sehr hoch. Das freut das Segellfiegerherz so richtig. Zwischendurch kamen aber Abschirmungen und noch der Wind machte den Überlandfliegern sehr zu schaffen. Aaron musste leider Außenlanden, Christian und Michael kämpften sich um ihr Vorhaben zu schaffen, siebeneinhalb Stunden durch. Richard kam auch etwas eher mit der ASG 29 zurück. So hatte Marius noch die Chance, unser neues Flugzeug zu fliegen. Das freute ihn sehr. Damit hatte er an diesem Tag nicht gerechnet. Eva ist mit der ASK 21 über eine Stunde in der Luft gewesen. Der Flugtag war ein langer Tag gewesen, auch wenn er bedingt durch den Zug der Kühe, kurzfristig abgebrochen werden musste. Für fast jeden hatte sich der Wunsch für diesen Tag erfüllt und war in der Luft. Die Flugzeuge wurden in die Halle gebracht, alle Tore verschlossen und Silvia unsere neue Kantinenwirtin hatte das essen fertig. Es war warm, die Abendsonne schien durch die Bäume. Die Stühle wurden weit auseinandergerückt und man saß noch lange zusammen und tauschte seine fliegerischen Erlebnisse aus.

Frischer Wind, neue Energie und frei

Lukas saß auf seinem Motorroller und war auf dem Weg zu seinem Hobby. Der Morgen war noch kühl, aber die Landschaft stand in einem satten Grün und die Rapsfelder waren gerade noch in gelber Blüte. Das Frühjahr hatte vor langer Zeit schon begonnen, denn es war inzwischen Mai und Lukas überlegte wieviel Wochen es wohl her ist, wo er das letzte Mal geflogen war. Lukas bog mit dem Motorroller in das Fliegerlager ein. An der Eingangstür zum Haupthaus stand Stefan mit mehreren Schriftstücken in der Hand. Stefan begann das Briefing damit, dass seit Vereinsbeginn, es noch nie eine so lange Winterpause gab. Schuld allein daran ist nur Sars-CoV-2", für die fast acht Monate. Zwei Tage zuvor, kam vom Regierungspräsidenten die Mitteilung, dass der Segelflugsport wieder frei gegeben wurde. Unser Vorstandsrat schloss sich sofort zusammen und verabredete sich kurzfristig für Freitagabend. Der Maßnahmenkatalog war lang und es war diffizil den Flugbetrieb so einzuteilen, dass alles berücksichtigt wurde. Zu später Stunde stand das Programm und an diesem Morgen präsentierte Stefan es allen Beteiligten. Dieser Sport ist unsere große Leidenschaft und das Abenteuer, dass der Sport uns gibt, lieben wir. Die gemeinsame Zeit genießen wir, wie in jeder guten Freundschaft, sehr. Jetzt standen wir in über 2 m Abstand auf dem Hof verteilt, was ganz ungewöhnlich war und hörten Stefan zu, was alles berücksichtigt werden muss von Desinfektion, über Maskenschutz und Abstandsregeln. Wir gingen zur Startstelle Süd-Ost und bauten dort auf. Michael und Stephan Johannes waren Fluglehrer. Die Flugtage liefen reibungslos. Jeder passte auf, dass die Regeln nicht verletzt wurden, denn zu kostbar ist uns der Sport, als dass er gleich wieder gesperrt werden könnte. Gelohnt haben sich die Flugtage auch für Fabian. Gleich am zweiten Flugtag, flog er sich frei, dafür gratulieren wir ihm ganz herzlich. Glücklich über den Erfolg, kann er für die Zukunft, jetzt oft allein fliegen, außer ein paar noch vor ihm liegenden fortlaufenden Ausbildungsflügen, die muss er noch mit Lehrer machen. Es war ein schönes Wochenende, alle Überprüfungsflüge der Teilnehmenden sind geschafft. Jeder ist, so wie es uns versprochen wurde, in die Luft gekommen. Für das kommende Wochenende, soll das Wetter auch wieder gut werden, wir freuen uns drauf.