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Sommerfluglager auf dem Dörnberg bei Ausnahmewetter mit rekordverdächtigen Flügen

Ein Bericht von Dr. med. Florian Kaiser

Die wüstenähnlichen Temperaturen der letzten Tage bescherte den Segelfliegern auf dem Dörnberg ungewohnt gute Flugbedingungen. Beim ersten gemeinsamen Sommerfluglager der beiden Vereine Flugsportvereinigung Kassel-Zierenberg vom Dörnberg und der Luftsportgruppe Erbslöh aus Langenfeld bei Düsseldorf lagen die Schwerpunkte in der Anfängerschulung und im Leistungsflug. Bei seiner Abschiedsrede bedankte sich der Vorsitzende der FSV, Dr. Stefan Krull, am Freitag Abend bei den ca. 50 Teilnehmern für deren umsichtiges Verhalten auf dem ungewohnten und für ein Segelfluggelände ungewöhnlichen Terrain und betonte die Unfallfreiheit der vorangegangenen zwei Wochen. 

Immerhin waren die Gäste mit zehn Flugzeugen angereist. Zusammen mit den einheimischen Fluglehrern kümmerten sich so fünf Trainer um den Nachwuchs und es konnten einige Freiflüge und andere Flugprüfungen absolviert werden. 

Die bei den Landwirten ungeliebten heißen und trockenen Wetterbedingungen bescherten den Fliegern in diesem Jahr ungewöhnlich gute Flugbedingungen mit Flüghöhen nahe 3000 Metern und Steigwerten von oft mehr als 5 Metern pro Sekunde. Wenn dann gegen Mittag die Thermik einsetzte, schwangen sich die Profis zu ihren Überlandflügen in die deutlich kühleren Höhen. Dabei gelangen mehrere Dreiecksstrecken von bis zu 750 km Reichweite.

Insgesamt absolvierten die Teilnehmer in den zwei Wochen 530 Starts und 700 Stunden Flugzeit. Es wurde eine Gesamtstrecke von über 25000 km zurückgelegt. 

Für die Versorgung der Teilnehmer sorgte Kantinenwirtin Heike mit ihrem Team. So wurde auch der letzte Abend bei Burgern und Kuchen harmonisch verbracht und im Anschluss versammelten sich alle Teilnehmer zum Beobachten der Mondfinsternis in der lauen Sommernacht.

Während die Langenfelder Kameraden am Samstag den Rückweg antraten, dauert der Sommerlehrgang der FSV noch eine weitere Woche.

Knapp unter FL 100

Seit Beginn des Lehrganges klettert kontinuierlich das Außenthermometer. Der stabile Hochdruckeinfluss gab uns von Tag zu Tag ein Grad Wärme dazu. Wir haben in diesem Jahr Gäste von der Luftsportgruppe Erbslöh Langenfeld, mit 30 Personen, darunter Piloten, Fluglehrer und Flugschüler. Sie hatten auch etwas neues für uns mit im Gepäck, einen großen aufblasbaren Pool, der abends für Abkühlung sorgt, wenn der gemeinsame Flugtag zu Ende ist.

Nicht nur die Temperaturen stiegen nach oben, sondern auch ein großer Teil unserer Piloten, die sich am Lehrgang beteiligten. Sie bekamen eine Basis die bis knapp unter FL 100 reichte. Alle, die sich Überland auf den Weg machten, flogen große Strecken und so kamen in der ersten Lehrgangstagen über 10.250 km zusammen.

Unser Briefing am Morgen, fand entweder in großer Runde als Feldbriefing statt, oder zur Information unserer Landebahnen mit Power Point im Fliegerlager. 

In den Morgenstunden waren die Temperaturen sehr angenehm. Ein leichter Wind wehte über unser inzwischen braun gewordener Rasen. Leichte Kumulus Wolken ziehten unter dem stahlblauem Himmelnder uns hinweg. Eine große Gruppe zog die Flieger an den Start. 

Im laufe des Vormittages machten sich Felix in der ASG 29, Christian und Michel im DuoDiscus xLT, Uwe in der ASW 28 18m und einige noch in ihren Privatfliegern auf den Weg. Die Thermik war traumhaft gut und es wurden so auch an mehreren Tagen große Strecken geflogen mit einer sehr guten Durchschnittsgeschwindigkeit. 

Die Flugschüler, die am Platz geblieben sind, verweilten entweder unter dem Pavillon im Schatten, waren als Außenwinker eingeteilt, oder machten mit Stefan, der in diesen ersten zwei Lehrgangswochen, leitender Fluglehrer war, Schulungsflüge. Die Jugendgruppe aus Erbslöh hatten ihre eigenen Fluglehrer. Sie wurden genauso eingeteilt, wie unserer Flugschüler.

Hans war Flugleiter und saß im Tower. Er hatte viel zu tun und wurde aber ab und zu mal abgelöst. Er kommt jedes jähr aus Hannover und unterstützt uns beim Lehrgang.

Unsere Luftsportgruppe aus Erbslöh, hatten aber auch Mitglieder, die die Windenausbildung inne hatten, dabei. Somit war keiner zu lange auf diesen Posten. Auch konnten man bei ihnen mal staunen, denn sie konnten sehr gute Formationen fliegen und dass mit unterschiedlichen Klassen.

Heike und Thomas hatten für die Küche auch Verstärkung bekommen. Es waren doch sehr viele, die morgens sich ein Frühstück wünschten und abends, da waren alle hungrig.

Schnell fanden unsere Jugendlichen mit den Erbslöhern zusammen. Es gab doch einiges was man so untereinander an Erfahrungen austauschen konnte, außerdem ist man auch mal gern unter sich. 

Allen machte es großen Spass, mit unseren Gästen den Flugpark aufzubauen, zu gestalten und gemeinsam zu fliegen. 

Nach der ersten Woche, am Samstag, waren die Flugbedingungen, aber nur an diesem einen Tag, nicht so gut. Wolfgang löste an diesem Wochenende Stefan ab und er war an diesen zwei Tagen Fluglehrer. So konnten wir zum späten Nachmittag schon einpacken, denn wir hatten an diesem Tag unser alljährliches Sommerfest. Bei diesem Fest, kommen die Familienangehörigen dazu und so waren wir an diesem Abend ca. 180 Personen. Das, dass Buffet so gut gelungen war, da hatten sich viele dran beteiligt und hatten Salate mitgebracht. Thomas stand am Grill und sorgte für die Würstchen und Steaks. Heike hatte eine Krustenbraten gemacht und es gab zum Abschluss noch Kuchen und Nachspeise.

An diesem Abend hatten wir auch zwei Geburtstagskinder die gerade 18 Jahre alt geworden waren. Für sie gab es eine coole Überraschung, denn sie wurden beide in den kalten Pool geworfen. Nass bis auf das letzte Hemd, lachten sie aber über diesen netten Joke. Michel bekam an diesem Abend, seinen Schein vom Stefan, zum Flugleiter. Ab sofort kann er jetzt auch Hans ablösen und er ist Flugleiter.

Unser Lehrgang geht noch zwei Wochen. Die Wetterprognosen sagen gutes Wetter und auch gute Thermik voraus. Wir werden in den kommenden Wochen noch einige weite Flüge unternehmen und auch noch viele Starts machen. Auch die Flugschüler haben noch reichlich Möglichkeit in den Flieger zu kommen.

Wir werden die Tage nutzen, wenn die Bärte ziehen und die Überlandflieger den Tag in über 2500m auf Strecke verbringen.

Einmal Blau und zurück

Der Samstagmorgen zeigte sich von seiner schönen fliegerischen Seite, als wir über den Hof in den Tagungsraum gingen, zum Briefing. Ganz deutlich waren die Konturen der Lentikularis Wolken zu erkennen, ein stahlblauer Himmel und wir dachten sofort an Wellenflüge.

Florian war leitender Segelfluglehrer und wir setzten uns zu ihm. Er gab uns den Wetterbericht und prüfte die Einteilungen. 

Wir hatten Nord-West Wind, der im Verlauf des Tages, wahrscheinlich etwas zunehmen wird.

Der Tower fuhr an die Startstelle und auch wir zogen unsere Flieger an den Start und checkten sie. Mit Batterie und Fallschirmen bepackt, gingen wir vom Tower zu unseren Fliegern und prüften. Die Lentis verschwanden noch in den Morgenstunden, der Himmel wurde mehr und mehr konturlos und ein kräftiger Nordwestwind zerriss uns zum Teil die Thermik.

Die Alternative ist, bei starkem Wind, gute Hangflüge zu nutzen. Der Wind trifft auf die Bergflanke unseres „Hohen“ und wird luvseitig hangaufwärts abgelenkt. Hier haben wir an der Hangdüse gutes Steigen und wir fliegen über dem Hang in relativ ruhiger Luft. Normalerweise sind im Lee die Abwinde, aber auch hier können Leewellen entstehen und wir haben gute Flugbedingungen.

In Blauthermik den richtigen Punkt zu finden, war nicht so einfach. Es ist ein ständiger Korrekturprozess gewesen und man versuchte seinen Kreis so auszurichten, dass er passte. Wer seinen Bart an diesem Tag gut zentriert hatte, kam hoch und ist auch lange unterwegs gewesen. Manch anderer kam schnell wieder zur Landung.

Tanja in ihrem Discus bT, Klaus in der 21, Florian und Kai, haben sich in der K6 abgewechselt, Moritz in der ASW 28, am Abend flog noch Harald und auch Conny, alle waren längere Zeit in der Luft. Sie hatten die Thermik richtig zentriert und hatten schöne Flüge.

Und wenn man gerade nicht fliegt, fährt man Seile holen oder sammelt gelandete Flugzeuge mit den Lepos ein.

Am Ende des Fliegertages, hatten Heike und Thomas für uns lecker gekocht, wir breiteten uns im Garten, unter den Bäumen aus, genossen die schöne Abendstimmung.